|
Afra - die schwarze Schäferhündin einer Bekannten ist ein sehr aufmerksamer und vor allem sehr wachsamer Hund, der ein einwandfreies Wesen hat und Kinder über alles liebt.
Sie hat Temperament und strahlt sichtlich Lebensfreude aus. Ein rundum zufriedener und gesunder Hund. Das ist ihre normale Erscheinung. Doch Afra ist nicht immer so.
Zweimal im Jahr wird sie heiß, was völlig normal ist. Jedoch nach Abklingen der Hitze meint Afra, daß sie Babies bekommt und sie verhält sich sehr eigenartig. Kinderspielzeug, Stoffpüppchen, Bälle, Kissen - alle
diese Dinge sind plötzlich ihre Babies und werden in ihr Körbchen geschleppt, wo Afra den ganzen Tag meist träge mit ihren "Babies" herumliegt, fiepst und winselt oder auch nur daliegt und traurig
seufzt. Ab und an steht sie auf und schleppt eines ihrer vermeintlichen Babies in eine andere Ecke, legt sich wieder hin und fiepst. Dann wiederum hat sie "Schmusestunde" und ist so anhänglich und
verschmust, daß es schon lästig wird! Bei all dem schwillt tatsächlich ihre Milchleiste an und man könnte wirklich meinen, es seien Babies unterwegs und Afra's Verhalten entspringt der Vorfreude auf ihren
Nachwuchs. Doch dem ist nicht so! Was ist mit Afra los? Recht häufig kommt es vor, daß Hündinnen im Anschluß an die Hitze scheinträchtig werden, d. h. sie glauben, Junge zu bekommen und
verändern drastisch ihr Verhalten - werden besonders anhänglich, apathisch oder sogar aggressiv. Das Gesäuge schwillt an und wird intensiv beleckt, wodurch die Milchproduktion noch mehr angeregt wird. Bei jeder
Hündin bildet sich nach der Läufigkeit Progesteron, ein Schwangerschaftshormon, unabhängig davon, ob die Hündin trächtig ist oder nicht. Dieses Hormon regt unter Anderem das Wachstum der Milchdrüsen an. Im
Normalfalle trägt eine Hündin 63 Tage. Auch bei einer nicht tragenden Hündin wird entsprechend der "biologischen Uhr" zum vorgesehenen Termin der Geburt, also etwa zwei Monate nach der Hitze, Milch im
Gesäuge gebildet. Der Hundehalter bemerkt dies meist nicht einmal, denn die Milchproduktion bleibt im Normalfall gering und hört nach wenigen Tagen wieder auf. Bei einer scheinträchtigen Hündin aber versiegt
die Milchproduktion nicht, sondern setzt sich fort und wird durch das Belecken des Gesäuges noch verstärkt. Man geht davon aus, daß eine Fehlsteuerung des Hormons Prolaktin die Ursache für die Milchproduktion ist.
Es sollte unbedingt verhindert werden, daß die Hündin ihr Gesäuge beleckt. Statt eines lästigen Kragens ist es sinnvoller, der Hündin einen leichten Verband anzulegen oder ein T - Shirt überzustreifen, wenn
möglich. Kühlende Umschläge helfen, die Milchbildung zu verringern. Man sollte der Hündin sehr viel Auslauf und Bewegung verschaffen und - so leid es Einem auch tut - ihr jegliches Spielzeug, daß sie als
Welpenersatz ansieht, während dieser Zeit wegnehmen! Hilfreich kann auch eine Verlegung ihres Schlafplatzes sein sowie eine Umstellung der Fütterungszeiten. Der Zustand der Scheinträchtigkeit ist für das
Tier meist quälend, aber auch für den Besitzer. Darum muß unbedingt, falls die Symptome nicht abklingen, ein Tierheilpraktiker oder Tierarzt aufgesucht werden, der durch eine homöopathische
Therapie Hilfe herbeiführen kann. Wenn die betroffene Hündin nach jeder Hitze eine ausgeprägte Scheinträchtigkeit zeigt, ist es ratsam, vor Beginn der Hitze einen guten Tierheilpraktiker zu konsultieren.
Er kennt Möglichkeiten, einer Scheinschwangerschaft gegenzusteuern. Unternimmt der Hundebesitzer aber nichts, ist infolge der Hormon - fehlsteuerung eine Gebärmutterentzündung eine sehr wahrscheinliche Folge!
Eine Gebärmutterentzündung ist eine sehr ernstzunehmende Erkrankung, deren Entstehung man unbedingt vermeiden sollte! Ist es aber bereits passiert, kann bei frühzeitiger Vorstellung der Tierheilpraktiker gute
Therapien zur Anwendung bringen. Darum gilt auch hier: Frühzeitige Vorstellung rettet das Leben Ihres Tieres! |